Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bauen im Bestand fördert die Nachhaltigkeit durch die Nutzung vorhandener Ressourcen, reduzierter CO2-Emissionen und langfristige Stadtentwicklung, während historische Strukturen bewahrt werden.
  • Moderne Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen, wie die Dämmung der Gebäudehülle und der Einsatz erneuerbarer Energien, verbessern die Energieeffizienz und Wohnqualität bestehender Gebäude signifikant.
  • Das Energiesprong-Prinzip ermöglicht durch digitalisierte Prozesse und vorgefertigte Elemente eine kosteneffiziente, serielle Sanierung von Bestandsgebäuden auf NetZero-Standard, was zu einer schnellen und effektiven Reduktion von CO2-Emissionen beiträgt.

Bauen im Bestand: Eine Einführung

Bauen im Bestand bezieht sich auf die Umnutzung, Modernisierung und Renovierung vorhandener Gebäude anstelle von Neubauten. Diese Praxis kann zur Nachverdichtung von Stadt- und Ortskernen führen, was aus ökologischer Sicht äußerst sinnvoll ist und das Bauwesen zum Umdenken animieren sollte. Indem bestehende Strukturen genutzt werden, wird der Flächenverbrauch reduziert und gleichzeitig der historische Charme vieler Städte bewahrt. Dabei spielt die Anpassung und Erweiterung von Gebäuden eine wichtige Rolle.

Ein wesentlicher Vorteil des Bauens im Bestand ist die Nachhaltigkeit. Anstatt neue Materialien zu verbrauchen und zusätzlichen Abfall zu erzeugen, werden vorhandene Ressourcen effizient genutzt. Dies trägt nicht nur zur Reduktion von CO2-Emissionen bei, sondern unterstützt auch die langfristige Stadtentwicklung. Durch sorgfältige Planung und innovative Sanierungstechniken können alte Gebäude in energieeffiziente und zukunftsfähige Wohn- und Arbeitsräume verwandelt werden.

Allerdings bringt das Bauen im Bestand auch Herausforderungen mit sich, wie beispielsweise anspruchsvolle Planung der Baumaßnahmen. Eine der größten ist die akribische Vorarbeit, wie die neutrale Begutachtung des Objekts durch fachkundige Experten. Nur durch eine gründliche Bestandsaufnahme und Analyse können böse Überraschungen während der Bauphase minimiert und die bestmöglichen Ergebnisse erzielt werden.

Sanierung und Modernisierung

Sanierung und Modernisierung bestehender Gebäude sind zentrale Elemente des nachhaltigen Bauens im Bestand. Durch gezielte Maßnahmen können die Energieeffizienz und der Wohnkomfort erheblich gesteigert werden. Beispielsweise kann das Sanieren von Heizungsanlagen, die älter als zwei Jahre sind, gefördert werden, um die Energieeffizienz zu erhöhen. Geförderte Maßnahmen wie der hydraulische Abgleich oder der Austausch der Heizungspumpe tragen ebenfalls zur Energieeinsparung bei.

Energetisches Sanieren: Ein Schritt in die Zukunft

Ein zentraler Aspekt des nachhaltigen Bauens im Bestand ist das energetische Sanieren. Durch energetisches Sanieren können Bestandsgebäude effizient auf den neuesten Energiestandard gebracht werden. Maßnahmen wie die Installation moderner Wärmedämmung, der Austausch veralteter Heizsysteme gegen energieeffiziente Varianten und der Einsatz intelligenter Steuerungstechnik für Heizung und Beleuchtung tragen maßgeblich zur Reduktion des Energieverbrauchs bei. Energetisches Sanieren erhöht nicht nur den Wohnkomfort, sondern senkt auch die Betriebskosten langfristig und verringert den CO2-Ausstoß erheblich. Diese Schritte sind essenziell, um die Klimaziele zu erreichen und nachhaltiges Wohnen zu fördern.

Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Dämmung der Gebäudehülle. Die Dämmung von Fassaden, Dächern und Kellerdecken reduziert den Wärmeverlust und verhindert das Aufheizen des Gebäudes im Sommer. Auch der Einsatz moderner Fenstersysteme mit Dreifachverglasung kann die Energieeffizienz erheblich verbessern. Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung nutzen die Wärme aus der Abluft, um die Zuluft zu erwärmen und tragen so zur Gesamtenergieeffizienz bei.

Erneuerbare Energien spielen eine wichtige Rolle bei der energetischen Sanierung und Modernisierung. Hier sind einige Beispiele:

  • Photovoltaikanlagen wandeln Sonnenenergie in Strom um und können Überschüsse ins öffentliche Stromnetz einspeisen.
  • Solarthermie-Anlagen unterstützen sowohl die Warmwasserbereitung als auch die Heizungsanlage und können bis zu 65 % des jährlichen Warmwasserbedarfs decken.
  • Durch den Einsatz von Wärmepumpen und Biomassekesseln werden nachwachsende Rohstoffe genutzt und die CO2-Emissionen weiter reduziert.

Das Energiesprong-Prinzip

Ein besonders innovativer Ansatz zur Sanierung von Bestandsgebäuden ist das Energiesprong-Prinzip. Dieses Prinzip zielt darauf ab, Bestandsgebäude durch hochwertige serielle Sanierungen auf einen NetZero-Standard zu bringen. Ursprünglich von der niederländischen Regierung gefördert, hat sich das Energiesprong-Prinzip als effektive Methode zur Schaffung eines energieneutralen Gebäudebestands etabliert.

Durch digitalisierte Prozesse und vorgefertigte Elemente können beim Energiesprong-Prinzip die Baukosten signifikant reduziert werden. Pilotprojekte nutzen 3D-Planung und Vorfertigung, um kurze Sanierungszeiten zu gewährleisten, oft nur wenige Wochen pro Mieteinheit. Diese skalierbare Sanierungslösung ermöglicht sowohl Klimaschutz als auch bezahlbares Wohnen und bietet eine Performance-Garantie, die sicherstellt, dass die Gebäude langfristig den NetZero-Energiestandard erreichen.

Förderung und Unterstützung durch die Bundesregierung

Die Bundesregierung bietet zahlreiche Förderprogramme, um die Sanierung und Modernisierung von Bestandsgebäuden zu unterstützen. Die Förderdatenbank des Bundes bietet einen umfassenden Überblick über Förderprogramme des Bundes, der Länder und der EU, einschließlich verschiedener Angebote. Mit der Suchfunktion der Förderdatenbank können spezifische Förderangebote passend zum jeweiligen Vorhaben gefunden werden.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) bietet zahlreiche Förderprogramme zur Unterstützung von Energieeffizienz und Klimaschutzmaßnahmen. Diese Programme des bundesministeriums helfen dabei, die finanziellen Hürden bei nachhaltigen Bauprojekten zum Schutz der Umwelt zu überwinden und tragen zur Erreichung der Klimaziele bei.

Ökologische Qualität und Nachhaltigkeit

Die ökologische Qualität und Nachhaltigkeit sind entscheidende Faktoren beim Bauen im Bestand. Die Baubranche ist für etwa 40 % der globalen CO2-Emissionen verantwortlich, und nachhaltiges Bauen bietet eine kosteneffiziente Möglichkeit zur Reduktion dieser Emissionen. Durch den Einsatz umweltfreundlicher Materialien und Techniken können Bau- und Abbruchabfälle, die über die Hälfte der jährlichen Abfallmenge in Deutschland ausmachen, erheblich reduziert werden.

Klimaneutrales und zirkuläres Bauen ist eine entscheidende Maßnahme zur Eindämmung des Klimawandels. Eine ganzheitliche Berücksichtigung von Nachhaltigkeit ist für eine erfolgreiche Energiewende essentiell. Indem bestehende Gebäude energieeffizient modernisiert werden, tragen wir aktiv zum Klimaschutz bei.

Sozio-kulturelle und funktionale Aspekte

Beim Bauen im Bestand müssen neben ökologischen auch sozio-kulturelle und funktionale Aspekte berücksichtigt werden. Die Erhaltung des historischen Erbes und die Förderung der kulturellen Identität der Gemeinschaft sind wichtige sozio-kulturelle Ziele. Renovierungsprojekte können zudem die soziale Interaktion und das Engagement der Bewohner fördern.

Funktionale Aspekte betreffen die Verbesserung der Nutzbarkeit und Funktionalität des Gebäudes, um den aktuellen und zukünftigen Bedürfnissen gerecht zu werden. Ein gut renoviertes Gebäude sollte den täglichen Bedürfnissen und Aktivitäten der Bewohner gerecht werden und die räumliche Qualität der Wohnungen erhöhen. Die Berücksichtigung der Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner während der Bauphase stellt jedoch eine zusätzliche Herausforderung dar.

Planung und Umsetzung von Bauprojekten

Die Planung und Umsetzung von Bauprojekten im Bestand erfordert eine sorgfältige und detaillierte Vorgehensweise. Die Bauplanung beginnt bei der Idee zum Bauprojekt und endet erst mit der Fertigstellung des Bauobjektes. Der erste Schritt ist eine ausführliche Grundlagenermittlung, die eine Ortsbesichtigung und eine Prüfung des Baugrunds umfasst.

Während der Vorplanung (Phase 2) werden Informationen über den Baugrund eingeholt und ein erstes Planungskonzept erstellt. In der Entwurfsplanung (Phase 3) wird das Bauobjekt als technische Zeichnung im Maßstab 1:100 erstellt. Die Genehmigungsplanung (Phase 4) beinhaltet die Erstellung aller Unterlagen, die für den Bauantrag bei der Baubehörde notwendig sind.

Die Ausführungsplanung (Phase 5) optimiert alle bisherigen Planungen und erstellt detaillierte Pläne im Maßstab 1:50 für die Baufirmen. Nun steht die Ausschreibung der Bauleistungen an. Hier helfen moderne Tools wie Cosuno, um die besten Nachunternehmer für das Projekt zu finden. Die Bauüberwachung (Phase 8) beginnt vor dem ersten Spatenstich und umfasst die Terminüberwachung und Qualitätssicherung der Bauarbeiten. Der Einsatz von digitalen Tools zu Kommunikation und Dokumentation sowie Building Information Modeling (BIM) kann helfen, die Planung und Abstimmung zwischen den Beteiligten zu verbessern.

Webinar: Serielles Sanieren eröffnet neue Geschäftsfelder

Fallstudien und Pilotprojekte

Erfolgreiche Fallstudien und Pilotprojekte verdeutlichen die Vorteile und Möglichkeiten des Bauens im Bestand. Ein Beispiel ist ein Energiesprong-Projekt der ecoworks GmbH in Erlangen-Bruck, das neben der Energieeinsparung auch hohen Wohnkomfort und ansprechende Architektur bietet. Es werden sechs Mehrfamilienhäuser aus den Baujahren 1962 bis 1963 saniert. Die viergeschossigen Gebäude bieten insgesamt 132 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 8.672 m². Die Gebäude werden energetisch saniert, um den KfW-Effizienzhausstandard 55 EE zu erreichen.

Solche Projekte zeigen, wie durch innovative Ansätze nachhaltige und energieeffiziente Lösungen umgesetzt werden können.

Durch die Analyse und das Lernen aus solchen Projekten können zukünftige Bauvorhaben optimiert und die besten Praktiken übernommen werden. Pilotprojekte bieten wertvolle Einblicke und tragen zur Weiterentwicklung der Bauweise bei.

Herausforderungen und Lösungen

Das Bauen im Bestand bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich, aber auch Lösungen sind in Sicht. Ein typisches Hindernis ist die Unsicherheit über den Zustand der vorhandenen Bausubstanz, was oft zu unerwarteten Problemen führt. Eine gründliche Bestandsaufnahme und Analyse im Vorfeld kann helfen, Überraschungen zu minimieren.

Die Koordination zwischen verschiedenen Gewerken stellt eine große Herausforderung dar, da es oft zu Verzögerungen und Abstimmungsproblemen kommt. Ein Lösungsansatz ist das Nachunternehmer-Management mit Cosuno zu steuern, das fördert eine enge Zusammenarbeit und Transparenz zwischen den Beteiligten, mit dem Ziel, solche Probleme zu vermeiden. Auch die Einhaltung von Denkmalschutzauflagen erfordert spezielle Lösungen und erhöhten Planungsaufwand. Ein Mangel an qualifizierten Fachkräften kann zu weiteren Verzögerungen und Qualitätsproblemen führen.

Veranstaltungen und Netzwerke

Veranstaltungen und Netzwerke spielen eine wichtige Rolle bei der Förderung nachhaltigen Bauens im Bestand. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) organisiert die DGNB Sustainability Challenge, die jährlich innovative Projekte im Bereich Nachhaltigkeit auszeichnet. Solche Veranstaltungen bieten eine Plattform zum Austausch von Ideen und Best Practices.

Die digitale Netzwerkplattform myDGNB ermöglicht Mitgliedern der DGNB, sich aktiv auszutauschen, Dokumente hochzuladen und Termine zu vereinbaren. Regelmäßige digitale Informationsveranstaltungen zu Themen wie Zertifizierung und BEG-Förderung sind für alle Interessierten kostenlos zugänglich und bieten wertvolle Informationen.

Auch das Energiesprong-Team der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) spielt eine zentrale Rolle in diesem Netzwerk. Als unabhängiges Marktentwicklungsteam unterstützen wir im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) die Entwicklung serieller Sanierungslösungen. Wir fördern die Zusammenarbeit von innovativen Akteurinnen und Akteuren der Branche, um gemeinsam neue Lösungen für die Sanierung von Mehrfamilienhäusern, Einfamilienhäusern und Nichtwohngebäuden zu entwickeln und den Klimaschutz voranzutreiben.

Bewertungssysteme und Standards

Bewertungssysteme und Standards spielen eine zentrale Rolle beim nachhaltigen Bauen im Bestand. Das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) ist ein Instrument zur Planung und Bewertung nachhaltiger und meist öffentlicher Bauvorhaben. Es ergänzt den Leitfaden nachhaltiges Bauen und bietet eine ganzheitliche Bewertungsmethodik für Gebäude und ihr Umfeld.

Das BNB umfasst ökologische, ökonomische sowie sozio-kulturelle Kriterien und stellt mess- und überprüfbare Kriterien zur Verfügung, die in sechs Hauptkriteriengruppen eingeteilt sind. Die Deutsche Akkreditierungsstelle hat die Akkreditierungsfähigkeit des BNB-Zertifizierungsprogramms bestätigt, und mehr als 10.000 Projekte weltweit wurden bereits nach der DGNB-Zertifizierung ausgezeichnet.

Zusammenfassung

Effizientes und nachhaltiges Bauen im Bestand bietet zahlreiche Vorteile, von der Reduktion von CO2-Emissionen über die Erhaltung kulturellen Erbes bis hin zur Schaffung von energieeffizienten und komfortablen Wohn- und Arbeitsräumen. Dazu bietet es den Bauunternehmen eine lokrative Alternative zum neubau in aktuell schweren Zeiten! Durch innovative Ansätze wie das Energiesprong-Prinzip und die Unterstützung durch Förderprogramme der Bundesregierung können nachhaltige Bauprojekte erfolgreich umgesetzt werden. Die Berücksichtigung ökologischer, sozio-kultureller und funktionaler Aspekte sowie die Einhaltung von Bewertungssystemen und Standards stellen sicher, dass diese Projekte langfristig erfolgreich und nachhaltig sind. Lassen Sie uns gemeinsam die Zukunft des nachhaltigen Bauens gestalten und die vielen Möglichkeiten nutzen, die das Bauen im Bestand bietet.

Webinar Nachhaltiges Bauen als strategischer Vorteil

Häufig gestellte Fragen

Was ist Bauen im Bestand?

Bauen im Bestand umfasst die Umnutzung, Modernisierung und Renovierung bestehender Gebäude anstelle von Neubauten. Es bezieht sich also auf die Veränderung und Verbesserung bereits vorhandener Gebäude.

Welche Maßnahmen zur Sanierung und Modernisierung gibt es?

Zur Sanierung und Modernisierung gehören Maßnahmen wie die Optimierung von Heizungsanlagen, die Dämmung der Gebäudehülle und der Einsatz erneuerbarer Energien wie Photovoltaik und Solarthermie sowie moderne Fenstersysteme.

Was ist das Energiesprong-Prinzip?

Das Energiesprong-Prinzip zielt darauf ab, Bestandsgebäude durch hochwertige serielle Sanierungen auf einen NetZero-Standard zu bringen, indem es ein standardisiertes und kostengünstiges Sanierungssystem bietet.

Welche Förderprogramme bietet die Bundesregierung?

Die Bundesregierung bietet Förderprogramme durch die Förderdatenbank des Bundes, welche einen Überblick über verschiedene Fördermöglichkeiten verschafft, darunter auch Programme vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).

Welche Rolle spielen Bewertungssysteme wie das BNB?

BNB spielt eine wichtige Rolle bei der Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden und berücksichtigt ökologische, ökonomische und sozio-kulturelle Kriterien, um die Umweltauswirkungen zu reduzieren.

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Bastian Bornkessel

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