Projektbeschreibung
Ersatzneubau Streckenfernmeldekabelanlage BAB A14 Los 2: Kabelschutzrohrtrasse (A0563200102_Los2_Baubeschreibung)
1. Projektübersicht
Im Zuge der Modernisierung der Fernmeldeinfrastruktur entlang der Bundesautobahn A14 wird zwischen der Anschlussstelle Döbeln-Nord und der Tank- und Rastanlage Muldental-Nord eine neue Streckenfernmeldekabelanlage errichtet. Ziel der Gesamtmaßnahme ist der Ersatz der bestehenden Kommunikationsinfrastruktur durch eine leistungsfähige und zukunftssichere Glasfaseranbindung. Die neue Anlage dient sowohl der Fernmeldetechnik der Autobahn als auch der Anbindung verkehrstechnischer Einrichtungen wie Dauerzählstellen, Glättemeldeanlagen und Kamerasysteme.
Die Gesamtmaßnahme ist in vier Fachlose gegliedert. Gegenstand des vorliegenden Projektes ist Los 2, welches die Herstellung der Kabelschutzrohrtrasse einschließlich Kabelschächten, Querungen, Wartungsflächen sowie aller zugehörigen Tiefbauleistungen umfasst.
2. Projektumfang
Die Baumaßnahme erstreckt sich entlang der BAB A14 von Betriebs-km 21+537 (AS Döbeln-Nord) bis Betriebs-km 54+400 (T+R Muldental-Nord). Die Gesamtlänge der neu herzustellenden Kabelschutzrohrtrasse beträgt rund 30 km. Die Trasse verläuft überwiegend auf der Nordseite der Autobahn innerhalb eines speziell vorgesehenen Kabellege- und Instandhaltungsstreifens (KLIS).
Die wesentlichen Leistungen von Los 2 umfassen:
Herstellung einer vierzügigen Kabelschutzrohranlage gemäß TR-KISS
Verlegung von 2 Leerrohren DN 110 sowie 2 Leerrohren DN 50
Bau von Muffen- und Ziehschächten
Herstellung zahlreicher grabenloser Querungen mittels HDD-Spülbohrverfahren
Anbindung an bestehende Kabelschutzrohranlagen
Herstellung von Wartungsflächen für Streckenstationsschaltschränke
Wiederherstellung aller in Anspruch genommenen Flächen
Vermessung und Bestandsdokumentation der gesamten Trasse
Durchführung von Prüfungen und Qualitätsnachweisen der verlegten Rohrsysteme
3. Technische Ausführung
Die Kabelschutzrohranlage wird überwiegend im Pflugverfahren mit einer Verlegetiefe von 0,9 bis 1,0 Metern eingebaut. In technisch anspruchsvollen Bereichen, beispielsweise bei Leitungskreuzungen, Böschungen oder Übergängen zu Querungen, erfolgt die Verlegung im offenen Kabelgraben.
Zur Kennzeichnung der Trasse werden Trassenwarnbänder und elektronische Marker eingebaut. Alle Rohrenden werden dauerhaft wasserdicht verschlossen. Die Trasse wird georeferenziert eingemessen und vollständig dokumentiert.
Für die Querung von Straßen, Autobahnrampen und Gewässern werden gesteuerte Horizontalspülbohrungen eingesetzt. Dabei sind die vorgegebenen Mindestüberdeckungen sowie Schutzabstände zu vorhandenen Leitungen einzuhalten.
4. Besonderheiten und Randbedingungen
Während der Bauausführung sind zahlreiche Rahmenbedingungen zu berücksichtigen:
Arbeiten im Bereich bestehender Ver- und Entsorgungsleitungen
Schutz von FFH- und SPA-Gebieten
Einhaltung der Anforderungen in Wasserschutzgebieten
Schutz vorhandener Gehölz- und Baumbestände
Aufrechterhaltung des öffentlichen Verkehrs während der gesamten Bauzeit
Abstimmung mit parallel laufenden Bauprojekten, insbesondere im Bereich der Muldebrücke sowie mit den Losen 3 und 4 der Gesamtmaßnahme
Zusätzlich sind in einzelnen Bereichen Maßnahmen der baubegleitenden Kampfmittelräumung erforderlich.
5. Qualitäts-, Prüf- und Dokumentationsanforderungen
Alle verlegten Kabelschutzrohre sind einer Kalibrierung und Druckprüfung nach den Anforderungen der TR-KISS zu unterziehen. Die Ergebnisse werden protokolliert und dem Auftraggeber übergeben.
Zum Leistungsumfang gehören darüber hinaus:
Vermessungsleistungen und Bestandsaufnahme
Fotodokumentation der Bauausführung
Zustandsfeststellungen vor und nach Baubeginn
Nachweise zur Entsorgung anfallender Materialien
Erstellung vollständiger Bestandsunterlagen in digitaler Form (DWG, DXF und PDF)
6. Projektziel
Mit der Umsetzung von Los 2 wird die Grundlage für eine moderne und leistungsfähige Glasfaserinfrastruktur entlang der BAB A14 geschaffen. Die neue Kabelschutzrohranlage ermöglicht den sicheren Betrieb bestehender und zukünftiger Verkehrs- und Kommunikationseinrichtungen und stellt die langfristige technische Infrastruktur für die Digitalisierung des Autobahnnetzes sicher
Arbeitsbeschreibung
Ersatzneubau einer Streckenfernmeldekabelanlage an der BAB A14 (Los 2): Kabelschutzrohrtrasse mit rund 30 km Länge, überwiegend auf der Nordseite im Kabellege- und Instandhaltungsstreifen. Das LV umfasst ca. 8.240 m³ Leitungsgraben, 98 Kunststoff-Kabelschächte 1400/800 mm mit Abdeckungen Klasse D 400 und 24 Winkelformsteine.
Vierzügige Kabelschutzrohranlage nach TR-KISS, überwiegend im Pflugverfahren bei 0,9 bis 1,0 m Verlegetiefe, in schwierigen Bereichen im offenen Graben, Querungen im HDD-Spülbohrverfahren.
Randbedingungen: Arbeiten an bestehenden Leitungen, FFH-/SPA- und Wasserschutzgebiete, Aufrechterhaltung des öffentlichen Verkehrs, Abstimmung mit parallelen Bauprojekten, abschnittsweise baubegleitende Kampfmittelräumung. Bauzeit 03/2027 bis 05/2028.
Leistungsumfang: Tiefbauarbeiten mit Leitungsgräben bis 1,25 m Tiefe in Lehmboden, Zuschlag für ca. 1.755 m Grabenlänge im Böschungsbereich, Suchschachtungen (ca. 248 m³), 68 Start- und Zielgruben für Spülbohrungen und 27 Schachtbaugruben. Dazu Lieferung und Einbau der Kabelschächte und Schachtabdeckungen, Anschlüsse an Kabelschutzschächte und Öffnen belegter Kabelschutzrohre.