Arbeitsbeschreibung
Lagerinstandsetzung
Es ist seitens Asset Management der Austausch der Elastomer-Kissen gefordert.
Dadurch ist es möglich, die drei Felder je Tragwerk unabhängig voneinander zu heben
und zu senken. Da die Tragwerke schwimmend gelagert sind, ist das Anheben der
Tragwerke möglich.
Im Bereich der Widerlager ist der Lagerspalt in der bestehenden Herdmauer zu gering,
weshalb es für die Tragwerkshebung erforderlich ist, eine 60 cm starke Vorsatzschale
bzw. Pfeiler auszuführen. Die Vorsatzschale wird mittels Steckeisen in die bestehende
Lagerbank eingebohrt und eingeklebt mit Kunstharzmörtel. Die Anschlussfuge zwi-
schen bestehender Lagerbank und Vorsatzschale ist mit einer Rauigkeit von 3 mm
auszuführen.
Bei den Pfeilerachsen werden rings um die Pfeiler Heberüstungen aus Stahl herge-
stellt, an welchen die Stellringpressen gelagert werden. Zur Querfesthaltung an die
Pfeiler werden die Heberüstungen mittels Spannstangen an die bestehenden Pfeiler
angeschlossen.
Die Tragwerke werden für den Lagertausch um 6 mm angehoben. In der gesamten La-
gerachse an den Widerlagern ist eine Anhebekraft von ca. 600 kN erforderlich. An den
Lagerachsen ist für die Randfelder ebenfalls eine Anhebekraft von ca. 600 kN erforder-
lich. Für das Mittenfeld ist eine Anhebekraft von ca. 4000 kN erforderlich. Die Anhe-
bung am Pfeiler muss bei beiden Lagerachsen (Randfeld und Mittelfeld) gleichzeitig
und weggesteuert erfolgen. Die Pressen dürfen nicht hydraulisch gekoppelt werden.
Der maximale Höhenunterschied während dem Hub und zwischen zwei Achsen (z.B.
WL und Pfeiler) darf 10 mm nicht überschreiten. Der genaue Ablauf der Hebung ist in
der Arbeitsanweisung am Lagertauschplan enthalten.
Aufgrund der Brückengeometrie ergeben sich in Widerlagerachse je Pressenansatz-
punkt, unterschiedliche Pressenlasten von minimal 129 kN (Ständige Lasten Tragwerk)
bis maximal 1.015 kN (Ständige und Verkehrslasten) und an den Pfeilerachsen minimal
1610 kN (Ständige Lasten Tragwerk) und maximal 4032 kN (Ständige und Verkehrslas-
ten). Die gesamte Achse muss gleichzeitig angehoben werden. Die Hydraulikpressen
sind hierfür hydraulisch entsprechend ansteuerbar auszulegen und das gleichzeitige
Anheben bei unterschiedlichen Pressenkräfte durch Feinmessuhren zu überwachen,
d.h. Muss weggesteuert erfolgen und kann nicht kraftgesteuert erfolgen.
Nach dem Anheben des Tragwerks sind für die Dauer des Lagertausches kraftschlüs-
sig Keilplatten oder Absenkkeile aus Stahl zwischen Lagerbank und Endquerträger einzubringen, um das Tragwerk bei Versagen der Pressen im gehobenen Zustand zu hal-
ten. Mindestfläche der Keilplatten 50 x 50 cm in Stahl S355 JR.
Vor dem Einbau der neuen Brückenlager ist das Tragwerk um 4 mm wieder abzusen-
ken, die erwartete Einsenkung der Lager beim Ablassen beträgt 1-2 mm.